Ich werde verrückt.

Hallo ihr Lieben.

Wieder lange nicht mehr gesehen.

Ich vermisse euch so sehr. Ich werde beinahe verrückt.

 

In letzter Zeit bin ich so… also ich weiß nicht wie ich meine diese psychische Lage beschreiben soll. Aber ich bin, seit ich nicht mehr so oft hier erscheine, so lustlos in den meisten Sachen. Ich habe keinen Bock auf meine Hobbys, Arbeit, Ausgehen mit den Freunden. Ich habe den Bock auf nichts.

Ich habe heute zum ersten Mal seit dem letzten November an einem normalen Arbeitstag frei genommen. Ich hatte heute so viel Zeit, dass ich wohl einen, zwei Beiträge schaffen könnte. Aber ich konnte nicht.

Ich habe mir in den Portal im Internet reingeguckt, wo mehrere Ausbildungsplätze angezeigt werden und ich übrigens auch meinen eigenen Konto habe.

Es kommen manchmal Nachrichten von den Unternehmen, die auf mich aufmerksam geworden sein sollen. Ich versuche mir immer, einen Lebenslauf, eine Motivation und alles, was für die Bewerbung benötigt wird, vorzubereiten. Aber ich habe bisher keinen Erfolg, denn ich weiß wahrscheinlich im Hintergrundgedanke, dass all die Mühe wohl umsonst enden wird. Ich bin zurzeit in Japan, nur zu einem Vorstellungsgespräch nach Deutschland zu fahren, ist wohl unrealistisch. Außerdem weißt man nie, ob das mit dem Vorstellungsgespräch gut klappt und man die Stelle bekommen kann.

Man muss ja riskieren, wenn man etwas erwerben will, sonst folgt kein Erfolg. Das weiß ich ja im Kopf, aber manchmal merke ich mir selbst die Lässigkeit an, die mich mit der jetzigen Situation zufrieden geben will.

Ich habe bei einem relativ großen Unternehmen eine Stelle gewährleistet, ich verdiene relativ gut (aber wenn man Überstunden macht, natürlich). Die Kollegen sind doch nicht böse, alles ist normal. Alles ist harmlos.

Aber gleichzeitig lebt in mir ein anderes Ich, das dieses oben beschriebenen Ich auf keinen Fall tolerieren will.

Ich bin so verwirrt. Ich fühle mich so schlecht.
Vielleicht denke ich viel zu viel nach, ich bin zu naiv und empfindlich und ich kann mich so gut objektiv betrachten, dass ich mir dessen umso stärker bewusst werden muss, dass ich feige und faul bin.

Ich werde krank.

In letzter Zeit 

Sinkt die Häufigkeit, einen neuen Beitrag zu posten. Das tut mir wirklich sehr leid… 

Ich habe schon Lust darauf, aber irgendwie komme ich nicht so weit, dass ich mich vor den Laptop hinsetze. Ich bin irgendwie müde. 

An diesem Wochenende hatte ich sogar viel Zeit, um nach Ausbildungsplätze zu suchen und Bewerbungen vorzubereiten. Aber irgendwie kam ich nicht darauf. 

Aber eine Sache, die als ein Schritt für die Ausbildung in Deutschland wichtig ist, war erledigt. Und zwar ich habe mit einer Frau von der Organisation, die den Japanern verschiedene handwerkliche Ausbildungen in Deutschland vermitteln, gesprochen. 

Die Frau sagte, die dreijährige Ausbildung beträgt insgesamt 29,000 Euro. Die Aufteilung sieht etwa so aus: ungefähr 16,150 Euro für den Auftrag der Beantragung von Visum, Sprachkursen vor dem Anfang der Ausbildung usw. Den Rest braucht man für die persönliche Haushalt. 

Ich finde das ist zu teuer. Aber wenn ich das wirklich machen will, dann wird das eine wertvolle Investition sein. 

Was die Entscheidung schwierig macht, ist die hohe Kosten. Tja. Alles braucht Geld, nicht wahr? 

Ich muss langsam ins Bett… 

Ach übrigens. Ich fand Levina, die Vertreterin von Deutschland beim Eurovision Song Contest, nicht so schlimm. Ich frage mich immer, warum Deutschland immer wieder den letzteren Platz besetzen muss… 

So ab morgen beginnt wieder die Arbeitswoche… ich habe morgen noch ein anderes Interview mit einer Frau einer anderen ähnlichen Organisation, die oben geschrieben wurde. Da werde ich über die Ausbildung zum Tischler erfahren. Die Kosten bei dieser Ausbildung werden viel mehr sein als die für Bäckerausbildung. 

So, gute Nacht! 

Liebe Leute!

Erstmals bin ich zurück nach Japan. Das war wirklich ein langer Flug. Aber der Rückflug war Gott sei dank kürzer als der Hinflug. 

Bis heute morgen bin ich unter dem heftigen Jetlag gelitten, aber ich habe das Gefühl ich bin auf dem guten Weg zur Erholung. 

Die Reise dieses Mal hat mir wirklich viel gekostet. Aber eine sehr wichtige Erkenntnisse konnte ich für mich gewinnen. 

Und zwar… 

dass ich doch nach Deutschland ziehen will. 

Nachdem ich wieder in Deutschland einige Tage verbracht habe und jetzt wo ich wieder in Japan bin, merke ich das ganz deutlich. 

Jetzt muss ich nur noch den Weg dazu finden. Es ist auf jeden Fall am besten, so früh wie möglich diesen Plan in die Tat umzusetzen, denn so kann man am Ende seines Lebens, wenn man darauf zurückblickt, mit der Tatsache zufrieden sein kann, dass man in seinem ganzen Leben zum größten Teil das gewünschte Leben gelebt hat. 

Deshalb suche ich mir nach den allen möglichen Wege, um sich in Deutschland selbstständig zu machen. Daher suche ich gerade nach einer handwerklichen Ausbildung. Obwohl ich mir dessen bewusst bin, dass eine handwerkliche Ausbildung für diejenigen, die schon mal studiert haben und auch berufliche Erfahrung gesammelt hat, seltsam ist. 

Ich muss jetzt langsam ins Bett. 

Gute Nacht 🙂 

Ich habe euch lieb!

Bin wieder da 

Und zwar in Deutschland. 

Es tut mir furchtbar leid dass ich bis jetzt mich gar nicht gemeldet habe oder sonst keinen Beitrag mehr seit langem gepostet habe. 

Am letzten Samstag bin ich nach Deutschland geflogen und erst am Samstagmorgen bin ich dann angekommen in Berlin. 

Gleich nach der Ankunft bin ich dann nach Wittenberg gefahren und habe in einem Pension übernachtet. 

Mann… ich hab richtig Deutsch verlernt. Wirklich. 

Früher war das so, mir fiel sofort ein was ich sagen will und zwar auf deutsch. Aber heute muss ich erstmals die Ausdrücke oder Vokabeln finden. 

Ich will mein Deutsch viel verbessern als jetzt… will in Deutschland bleiben. Will nicht nach Japan zurück… Mann… 

ich bin jetzt richtig von mir selbst enttäuscht. 

Ach… es tut mir leid dass ich jetzt nur meckere. 

Ich werde bevor ich nach Japan zurückfliege noch einen Beitrag schaffen. 

 Bis dann…! 

Mein großes luxuriöses Leiden

Hallo ihr Lieben. Ihr seid bestimmt lange nicht mehr von mir gehört… 

Es tut mir leid, dass der Tempo, auf dem ein neuer Beitrag erscheint, in letzter Zeit sich verlangsamt. 

Seit April habe ich immer mehr neue Aufgaben und bin so beschäftigt geworden, dass ich mir nicht genug Zeit nehmen kann, um mich vor den Laptop zu setzen und einen Beitrag zu schaffen. 
In letzter Zeit kommt mir immer öfter der Gedanken darüber in den Kopf, ob ich mein Leben so weiter fortsetzen will wie jetzt. Das Verhältnis zu den Kollegen in dem Team ist nicht schlimm und die Arbeit an sich ist nicht so langweilig dass man sich beschweren muss. 

Aber ich habe wirklich viel zu viele Aufgaben zu tun und kann sie nicht immer innerhalb der Regelarbeitszeit erledigen. Was den Plan meiner Deutschlandsreise am Ende April angeht, bin ich immer nicht gar nicht vorangekommen, obwohl es kaum zwei Wochen sind, bis ich fliege. 

Jeden Tag um sechs Uhr stehe ich auf, die Fahrt bis zum Arbeitsplatz dauert eineinhalbe Stunden, ich verbringe die Hälfte des Tags am Arbeitsplatz und wenn ich nach Hause komme, ist es frühestens nach halb 21. 

Dann muss ich schon bevor 12 Uhr ins Bett gehen, denn ich muss am nächsten Tag auch früh aufstehen. Wenn die Zeit zum Abendessen, Baden und Zähne putzen abgezogen wird, bleibt mir nur eine Stunde übrig, um etwas anderes zu tun. 
Vielleicht klingt mein Leiden für die anderen luxuriös. 

Z.B. wenn man auf die Gesellschaft genauer hinschaut, gibt es viele Menschen, denen die Arbeit und die Arbeitsklima so schwer fällt, dass sie unter Depression leiden und eine lange Pause machen müssen. Oder es gibt auch diejenigen, die keine sichere Stelle bekommen können, wo sie Vollzeit und womöglich lebenslang angestellt bleiben können, und die Stelle als Leiharbeiter oder Schichtarbeiter im Kauf nehmen müssen, was am Endeffekt dazu führt, dass sie sich über Wasser halten müssen. 

Bei mir ist es so, ich habe im November wieder angefangen zu arbeiten und bis jetzt habe ich nicht so ein großes Problem, was die Kollegen und die Arbeirsklima angeht. Ich glaube, meine jetzige Situation ist, im Vergleich zu den anderen Kollegen im selben Jahrgang, soweit ich von ihnen gehört habe, relativ entspannt und gemütlich. 

Trotzdem kann ich mich mit dem jetzigen Leben nicht zufrieden geben. 
Vielleicht werden die anderen fragen, was mir überhaupt noch missfallen, wenn ich Arbeit habe, durchschnittlich verdiene und gute Kollegen um sich habe. 
Ich habe einmal im Fernsehen einen Komiker erzählen gehört, dass er als Kind von seiner Mutter deswegen Ärger bekommen hatte, weil er etwas vom Abendessen auf dem Teller übrig lassen hatte. Seine Mutter habe dann gesagt, er solle aufessen, denn es gebe viele Kinder auf der Welt, die nicht genug esse können und an Hungersnot sterben. Aber da habe er gesagt, auch wenn man einmal Hungersnot erlebt hatte und sich auf eine Menge Reis freue, kann man nichts mehr essen, wenn man so satt werde, dass der Bauch platzen könne. 

Natürlich ist es wichtig, aus der Sicht des Gegenübers sein Verhalten objektiv zu betrachten und es gegebenenfalls zu ändern, in Rücksicht auf den Gegenüber. 

Ich habe auch ein paar mal erlebt, dass sich der Muskel im ganzen Körper aufgelöst hatte und der Körper sich versteinert hatte, sodass ich z.B. nicht mehr rennen konnte. Oder dass ich im Hinterkopf Blutung gehabt hatte und bloß den Kopf und den Oberkörper zu erheben mir total weh getan hatte. 

Da habe ich von Herzen gedacht, dass es so wunderbar sein kann, das man einen ganz normalen Alltag, auch wenn er routiniert ist, verbringen kann. 

Aber die meisten Menschen tendieren dazu, von seiner Stelle aus, also an seiner Situation, seiner Einstellung orientiert, an etwas zu denken, etwas zu fühlen oder zu beurteilen. 

Man sagt oft, oder ich bekomme oft zu hören, wenn ich unter etwas leide und mich beschwere, dass es nicht nur mich ist, die leidet, dass alle im gleichen Maß Leiden haben oder es die Menschen gibt, die viel mehr an etwas leiden als ich. 

Aber ich finde, genau diese Worte ist eine Art von Auslassung seiner Behauptung, dass es er ist, der am meisten leidet. 

Ich bin der Meinung, man sollte im Wort ausdrücken können, wenn man wirklich leidet und das Leiden sollte von allen akzeptiert und aufgefangen werden, denn auf was man seine Priorität setzt, worin man gut oder schlecht ist, sind je nach Personen unterschiedlich. 
Aber anderseits braucht man selbst eine Lösung dafür zu finden, das Leiden und die Situation, in der man sich befindet, durchzubrechen. 

Z.B. wenn ich gefragt werde was für eine Arbeit ich in Wirklichkeit machen will, dann ist meine Antwort eine Arbeit in Richtung Schauspiel oder Musik, also eine Arbeit, wo mein Sinn zu einem Werk beitragen kann. 

Nicht so eine Arbeit wie ich jetzt mache, wo es ein Handbuch mit ausführlichen Anweisungen gibt und jeder nach dem Handbuch verschiedene Aufgaben leisten kann, also die Arbeit, wo jeder durch jemanden ersetzt werden kann. 

Sondern die Arbeit, wo keiner mich ersetzen kann. Genau die Arbeit möchte ich machen. Z.B. eine bestimmte Rolle in einer Fernsehserie musste genau von diesem Schauspieler gespielt werden, die anderen Schauspieler hätte zu der Rolle nicht gepasst, sowas passiert oft. 
Auch wenn das Leiden aus der Sicht der dritten Person ein luxuriöses Leiden ist, ist das Leiden schon genug seriös, wenn das die Grenze überschritten ist. 

Aber es ist auch die Aufgabe, daran zu denken, wie man die Situation ändern kann und die Lösung in die Tat umzusetzen. 

Momentan führe ich bloß das Leben vor sich, einerseits ohne Mühe dafür zu geben, um sich dem Leben, das ich führen will,Schritt für Schritt zu nähern, anderseits ohne sich richtig für die Arbeit einzusetzen und die Kenntnisse über meinen Aufgabensbereich zu erlernen. 

Endlich muss ich dieses unentschlossene Ich loswerden. 

Ich wünsche mir, dass ich euch hier in diesem Blog das Ich zeigen kann, das aus der jetzigen Situation rausgekommen ist und endlich das gewünschte Leben führt. 

Moralunterricht in den japanischen Schulen 

In den japanischen Schulen, meistens bis zur 9. Klasse, gibt es Moralunterricht.

Ich hatte ihn auch eine Stunde pro Woche. Im Lehrbuch sind viele Kurzgeschichte enthalten, die den Kinder Moral lehren sollen. Der Unterricht ist normalerweise so aufgebaut, dass alle nach dem Lesen sich darüber Gedanken machen, was sie an der Stelle der in der gelesenen Geschichte vorkommenden Person getan hätten oder was die Person hätte tun sollen, bzw. wie sie auf die dargestellte Situation hätte reagieren sollen und darüberhinaus miteinander Meinungen austauschen.

Die Lehrbücher, die in den Schulen benutzt werden, produzieren die Verlage, aber nicht 100 Prozent unabhängig vom Staat. Das heißt, alle produzierte Lehrbücher werden unter die Zensur der Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie, abgekürzt MEXT, gezogen. Diese Zensur wird oft problematisch bei den Geschichtsbüchern und auch ein Grund für die Verschärfung der außenpolitischen Beziehungen zwischen Japan, China und Südkorea.

 

Dieses Mal tauchte aber ein Problem nicht bei den Geschichtsbüchern auf, sondern bei einem Lehrbuch für Moralunterricht. Und viele Kritik kommen nicht aus China oder Südkorea, sondern aus dem Inland.

Es geht um zwei Kurzgeschichte. Die eine handelt von einem Mann Mitte 40 oder 50, der einerseits Bäcker ist, und anderseits einer zivilen Feuerwehr angehört.

Die andere handelt von den Schülern, die ihre Stadt erkunden wollen. Es soll in der zweiten Geschichte eine Szene vorkommen, in der die Schüler mit den Spielzeugen auf dem Park in der Nachbarschaft spielen.

Die Inhalte und die Charakterbeschreibung dieser zwei Geschichten fand die MEXT problematisch und hat den Verlag, der das Buch produziert hatte, darauf hingewiesen, die Geschichte nochmals neu zu entwerfen.

Angesichts der Hinweise der MEXT hat der Verlag aber die Geschichte so geändert, dass der Bäcker Mitte 40 oder 50 zu einem Rentner und gleichzeitig einem Macher der japanischen traditionellen Süßigkeiten wurde und die Kinder nicht auf dem Park spielen sondern ein Laden von japanischen Instruments vorstellen.

Die Hinweise der MEXT waren das Folgende;

 

  • die Kinder sollen Respekt vor den älteren Generationen haben
  • die Kinder sollen Interesse an ihrer Heimat und der japanischen Kultur haben und damit ihr Patriotismus gepflegt wird.

 

Die Zensur der Lehrbücher von der MEXT wird anhand der Lernziele, die am Anfang von der MEXT gesetzt wurden, durchgeführt und die Lehrbücher, die die Ziele nicht erfüllen sollen, werden abgelehnt und der Überarbeitung gestellt.

 

Aber wenn man ernst nochmal die Sache betrachtet, könnte der Patriotismus der Kinder wirklich mehr geweckt werden, nur weil der Mann jetzt nicht Bäcker, sondern ein Macher der japanischen traditionellen Süßigkeiten ist?

Für die kleine Kinder ist die Einstudierung sehr ein effektives Mittel und sie könnte Erfolg bringen. Die Kinder könnten patriotisch aufwachsen und solche Charaktererstellung könnte die Anlass werden, dass sie Interesse an den japanischen traditionellen Süßigkeiten und Instruments haben.

Aber ich betone nochmals, das gewährleistet nicht immer, dass ihr Patriotismus gestärkt wird. Die Kinder gewinnen die Kenntnisse, dass es in Japan traditionelle Süßigkeiten und Instruments gibt und wie sie aussehen. Trotzdem könnten es passieren, dass sie immer noch davon träumen, in Zukunft eigenes Bäckerei oder eigene Konditorei zu eröffnen.

 

Übrigens, wozu gibt es den Moralunterricht überhaupt? In der Schule habe ich ihn auch gehabt, aber konnte nicht verstehen, was das bringt.

Für die richtige Antwort auf die im Unterricht gestellten Fragen gibt es keine Begründung, die mathematisch bewiesen werden kann. Im Unterricht passierte es häufig, dass man eigene Meinungen und Gedanken bloß verneint bekommt und eine einzige Antwort, die laut der Lösung richtig sein soll, gezwungen wird.

So wird in den Kopf der Kinder schon in der ersten Klasse die Angst davor verwurzelt, ihre Meinungen und Gedanken in der Öffentlichkeit zu äußern, denn sie sind nicht normal und falsch, was im Endeffekt dazu führt, dass die Kinder Selbstvertrauen verlieren.

Ich habe mich immer gefragt, wer bestimmt denn was eine Person verletzt oder glücklich machen kann. Das alles kommt doch auf die Situation und Reaktion der Gegenüber an. Oder das Verhältnis zu der Person und der Kontext des dort geführte Gesprächs beeinflussen auch.

Es ist nicht die Sache, die eine dritte Person beurteilen kann. Deshalb hatte ich und habe ich persönlich immer noch einen großen Zweifel an dem Existenzgrund des Unterrichtes.

Auf jeden Fall gibt es den Unterricht nicht dazu, die Kinder zu einem Menschen zu erziehen, der einen großen Patriotismus hat und besonders zu den Senioren nett ist. Sondern dazu, sie zu einem Mensch zu erziehen, der dem Gegenüber das Gefühl und den Gedanken an der Miene ablesen und sich nicht bloß an die Floskel wenden, sondern der jeweiligen Situation und dem jeweiligen Kontext entsprechend sich verhalten kann.

Die Kinder bekommen also Moral unterrichtet, um die Moral zu pflegen, die, egal woher man kommt, auf der ganzen Welt gemeinsam sein und als Weltsprache gelten soll.

 

Warum ist dieses Mal sowas trotzdem passiert? Hier steckt die spezifische Kultur der japanischen Bürokratie, die oft in den japanischen Unternehmen zu beobachten ist, nämlich, „die Regel kommt allem voraus und ist immer absolut korrekt“.

Wenn man immer blind der Regel folgt, wird der Kopft irgendwann automatisiert und fängt an, alles, was zu der Regel nicht passt, auszuschließen, ohne dabei an der Regel an sich Zweifel zu haben.

Eine Regel ist einerseits wichtig und nötig, um die Ordnung zu halten. Aber anderseits könnte sie dazu instrumentalisiert werden, die Vernunft und die flexible Denkweise eines Menschen, um die der jeweiligen Situation und der Stimmung in der Gesellschaft entsprechende Entscheidung treffen zu können, zu vernichten.

 

Wir sollen uns nicht auf die reine Tatsache konzentrieren, dass das Lehrbuch patriotisch geändert wurde, sondern mehr auf den Grund für die Änderung.

Ich glaube, es ist wichtig, die Bedeutung des Moralunterrichtes wiederzufinden und diese „Regel ist absolut“ Kultur zu kritisieren und in Frage zu stellen.

 

Die Jüngste in der Familie zu sein

Hallo ihr Lieben. Es ist schon April und immer öfter hört man bei uns in den Nachrichten davon, dass die Kirschblüten endlich anfangen aufzublühen.

Ich glaube diese Woche ist die höchste Zeit zum Aufblühen, also am Wochenende werde ich wahrscheinlich zum Hanami in den Ueno Park gehen. Wenn dann werde ich für euch viele Fotos machen und hier veröffentlichen.

 

Übrigens ist es in Japan immer April, in dem die Abschlusszeremonie von Schulen oder Universitäten stattfindet. April ist der Monat, der uns am neuen Anfang mit dem Beruf oder dem Studium erinnert, und auch an das neue Leben in einer ganz anderen Stadt, die weit entfernt von der Heimat ist. April ist der Monat für den Abschied und auch eine neue wunderbare Begegnung.

In Japan gibt es zu dieser Zeit immer viele junge Leute, die zur Arbeit oder zum Studium nach Tokio kommen.

Gestern habe ich in den Fernsehen ein kurzes Video gesehen, das die Freunden oder die Eltern und ihre Kinder, die vermutlich die Heimat verlassen und ein neues Leben in einer weit entfernten Stadt anfangen wollen, dokumentierte. Darunter war ein junger Mann, der frisch sein Studium absolviert hatte und ab April in Tokio arbeiten würde. Dieser Mann wurde vom Interviewer gefragt, was er mit seinem ersten Gehalt machen würde und er hat darauf geantwortet, dass er seinen Eltern zu etwas Gutes einladen möchte.

Mir wurde in diesem Moment irgendwie unwohl, denn meine Eltern waren hinter mir und sie haben auch mitbekommen, was dieser junger Mann gesagt hatte.

 

Mit dem ersten Verdienst eigenen Eltern etwas Gutes, in meisten Fall was Teures zu spendieren. Ist das nicht nur in Japan, sondern auf der ganzen Welt ein üblicher Gebrauch? Ich habe persönlich den Eindruck, dass das die Menschen aus den anderen Präfekturen öfter machen als die aus Tokio.

Geschenke zu geben oder zum teuren Essen einzuladen. Sowas habe ich peinlicherweise gar nicht gemacht.

Der Grund ist, dass ich es für verschwenderisch hielte, dafür eine Menge Geld auszugeben. Aber eigentlich für diejenigen, die mir wichtig sind, muss ich mich nicht davor zögern.Besonders für die Eltern, die mich bis heute großgezogen haben und mich bei der Bildung finanziell unterstützt haben. Sie haben mir sogar ein Jahr Auslandssemester in Deutschland erlaubt, was auch viel Geld gekostet hat.

Trotzdem kamen sie mir immer wie Fremde vor, denn sie waren immer mir gegenüber nicht ehrlich.

 

Ich wurde, weil ich die jüngste von den Geschwister bin, immer wie ein kleines Baby behandelt.

Sie haben daran, was ich erzählte, gar kein Interesse gezeigt. Auch wenn ich davon erzählte, was heute in der Schule passiert ist oder wie meine Freunde oder Lehrer waren, taten sie so, als würden sie mir zuhören, aber die Augen waren auf was Anderes gerichtet und der Kopf war bestimmt ausgeschaltet für meine Geschichte. Ich war und bin auch ein Mensch, der denken kann und eigene Meinung bilden kann, aber sie haben daran einfach nicht geglaubt. Meine Gedanken und Meinungen waren für sie wahrscheinlich einfach kindisch. Sie hatten keine Ohren für meine Erzählung.

Man sagt oft, wenn ein zweites Kind geboren ist, wird alle Aufmerksamkeit und Liebe auf das gerichtet und die Einsamkeit des Ältere wird gestärkt. Aber bei meiner Familie war das genau andersrum.

Ich spürte schon seit Kindheit, dass meine Eltern vor meiner Schwester etwas Ähnliches wie Respekt hatten. Sie wirkte erwachsen und was sie sagte, dem haben meine Eltern bloß zugestimmt. Sie konnten ihre Aussage nicht verneinen. Wenn ich meine Meinung äußerte, wurde sie nicht gehört oder einfach abgelehnt und dabei habe ich oft das Folgende zu hören bekommen; „Ach du sagst sowas, weil du noch jung bist“. Aber zwischen meiner Schwester und mir liegt nur 3 Jahre Altersunterschied.

Wenn so ist, muss ich nichts mehr sagen, so dachte ich bei mir. Nur weil ich alleine einen Handy-Vertrag schließen konnte, sagt mein Vater; „Appoko ist jetzt erwachsen! Ich dachte, du bist noch ein Baby“.

Solcher beleidigende Satz schlägt mein Selbstwertgefühl nieder und gibt mir das Gefühl, dass ich bloß verachtet wurde, von meinen eigenen Eltern.

Daher wird mir nicht zumute, für die Eltern zu Dank etwas zu tun.

Es ist eine unveränderte Tatsache, dass sie für mich finanzielle Unterstützung geleistet haben und das ist etwas, was zu danken ist.

Aber anderseits denkt das unhöfliches Ich, das ist allgemein gesehen ein Pflicht, wenn man Eltern eines Kindes ist, und nicht besonders zu danken.

 

Das Wichtige ist also nicht Geld.

Was mich angeht ist das Auslandssemester in Deutschland. Das war genau das, was ich machen wollte, und währenddessen war ich auf meinen Eltern finanziell angewiesen, um den Alltag durchleben zu können.

Aber hier ist der Punkt, dass die Liebe oft mit dem Geld gleichgesetzt wird und irgendwann schmilzt der Unterschied und sie gelten als das Gleiche. Das passiert oft und ist ein großer Fehler.

Auch wenn die finanzielle Lage schlecht ist, wenn man als ein selbstständiger Mann mit Respekt behandelt und das Interesse und die Liebe von den Eltern spürend aufgewachsen ist, so kann man ein viel besseres Verhältnis zu den Eltern bauen, denke ich.

Es wird oft gesagt, die Ältesten von Geschwistern haben viel mehr Qual, denn sie müssen sich immer als die Älteste benehmen und sie können in der Kindheit nicht genug Kind sein.

Aber die Jüngsten leiden auch darunter, dass sie für immer von den Eltern als kleines Kind behandelt werden müssen. Das Schlimmere bei den Jüngsten ist, dass der Qual, der davon kommt, dass sie nicht als Erwachsene behandelt werden können, wird mit dem Alter immer größer. Ich glaube, wer der jüngste Geschwister in der Familie ist, ist bestimmt einmal darunter gelitten.

Einmal habe ich versucht, wie meine Schwester zu werden, weil ich auf sie neidisch war, denn sie schein von meinen Eltern viel Aufmerksamkeit und Respekt zu bekommen und war anders als ich als eigenständiger Mensch behandelt. Nicht von Ideal träumen, immer bloß vernünftig und realistisch dem eigenen Leben gegenüber sein. Genau darin muss ein Tipp dafür stecken, dass ich auch nicht mehr als Baby behandelt werden muss, dachte ich bei mir. Und ich habe mir Mühe gegeben, mich so zu benehmen. Aber das hat nichts gebracht und endete bloß mit dem Blick und dem Verhalten meiner Eltern mir gegenüber, der sagte, ein kleines Baby versucht, sich wie ein Erwachsener zu benehmen.

 

Ich glaube, meine Eltern merken nicht und werden das nie merken., wie sehr ich von ihren Worten verletzt werde und wie sehr ich im Inneren darauf schimpfe.

Die Dissonanz, die zwischen uns herrscht und die ich schon seit ich klein war spüre, halten uns heute noch auseinander.

Solange die einen von uns sterben, wird sie sich nie auflösen.